2014

DAS VERSCHWUNDENE M

R:Maria Hemmleb
Thede Filmproduktion

Festivals:
Nordische Filmtage Lübeck

Deutsch-Russischen Dokumentarfilmfest
“Territorium Film” Kaliningrad

Fiktiva,Theaterfilmfest in Dortmund.

Buch, Regie: Maria Hemmleb

Kamera: Barbara Metzlaff,
zusätzliche Kamera:
Christian Bau, Jonny Müller-Goldenstedt

Montage: Maria Hemmleb, Angelika Strelczyk

Musik: Ulrike Haage

Dramaturgische Beratung
Antje Hubert

Sprecherin
Ulrike Haage

Grafische Gestaltung
Herbert Müller

Musikaufnahme
Philipp Fiedler

Tonmischung
Pierre Brand
Primetime Studio

Colorgrading
Ronney Affortu
Optical Art

Unterstützt durch
Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein

Produktion
thede filmproduktion 2014

© die thede 2014

Lukas Hemleb – heute ein international gefragter Opern- und Theaterregis-seur – verlässt mit 14 Jahren sein Elternhaus und schlägt sich allein durchs Leben. Während eines Besuchs bei seiner Schwester Maria in London kommt er mit Straßentheater in Berührung und ist entzündet. Nun kennt er seine Bestimmung: das Theater. Es folgen Regieassistenzen bei Peter Stein und Luc Bondy und schließlich eigene Inszenierungen. Ihn fasziniert der Ausdruck jenseits der Sprache, ein sehr physisches Theater. Es folgt eine außergewöhnliche Karriere, bei der nicht nur das zweite „m” aus seinem Namen verschwindet, sondern auch die enge Bindung an seine Schwester.
Jahre später begleitet Maria Hemmleb – mit vielen Fragen und Erinnerun-gen im Gepäck – ihren Bruder zu Proben in Moskau und Taipeh, für die er tief in die jeweilige Sprache und Kultur eintaucht, um direkt mit den Schau-spielern kommunizieren zu können. Nur Maria gegenüber wirkt er zurückhaltend und lässt Erinnerungen an seine Kindheit erst nach und nach zu. Aber dank alter Fotos und Filmaufnahmen gelingt es der Dokumentarfilme-rin zurückzuholen, was die beiden einst verbunden hat. Dabei erweisen sich die Erinnerung an die früh verstorbene Mutter und die gemeinsame Liebe zur Musik als starke Antriebsfeder, die Zeit und die Entfernung zu überbrücken.

The missing m – Synopsis English

„The missing m“ is a personal portrait of Lukas Hemleb, a german-french theater and opera director seen by his sister and filmaker Maria Hemmleb.


Lukas Hemleb left home when as he was only fourteen and submerged himself into the world of the stage arts. Without any formal training he later became a versatile theater director of international reknown.

In the process the second m disappeared from his last name as well as the strong bonds between brother and sister once shared during childhood.
Well equiped with questions and old family pictures, Maria Hemmleb follows her brother over a period of four years. She observes rehearsals in theaters and opera houses in Europe and Asia where her brother studies different languages intensively to be in direct contact with the actors and singers during the production’s process.

The brother reluctantly allows memories of the childhood to slip back into his mind. On the basis of old photographs, Normal-8 films Maria Hemmleb reconstructs their old bonds. In doing so, the early death of their mother, but even more their shared passion for music turn out to be strong incentive to bridge time and distance.

Contrasting childhood memories with her brother’s present stage productions
Maria Hemmleb’s film „The missing m“ is a portrait of an extraordinary theater- and opera director constantly researching various cultural backgrounds.

die thede e.V.
www.diethede.de

2007

SCHRIFT IST EIN ABENTEUER

R: Maria Hemmleb und Artur Dieckhoff
Thede Filmproduktion

Buch und Regie: Maria Hemmleb und Artur Dieckhoff
Kamera: Christian Bau und Bettina Clasen
Produktion: thede filmproduktion, Hamburg
im Auftrag der Heidelberger Druckmaschinen AG
Deutschland, 38 Minuten

Sprachen: deutsch, englisch, französisch

Ein Dokumentarfilm, gedreht 2005/2006 in der Imprimerie Nationale, der französischen Staatsdruckerei in Paris.
2005 wurde das alte Gebäude – in der Nähe der Seine – unter weltweitem Protest verkauft. Vor dem großen Umzug in eine provisorische Zwischenstation gelang es uns, den einmaligen Schatz an Lettern zu sichten und in den historischen Räumen der Imprimerie zu drehen. Besonders beeindruckend die dort noch tätigen Drucker, Setzer und Schriftkünstler. Das Abenteuer Schrift besteht darin, dass sie die Druckschriften der letzten 300 Jahre im Zugriff haben: von Aramäisch bis zu den Hyroglyphen sind die Zeichensätze komplett vorhanden. Der weltweit größte orientalische Schriftbestand wird in Tresoren bewahrt. Gezeigt werden in einem Schatzkästlein die original Giessmatritzen der Garamond aus der Barockzeit.
Der Film gibt einen umfassenden Einblick in den letzten Stand der Bleisatzherstellung und in die traditionellen Techniken der Drucksachenherstellung.
Nelly Gable, die einzige noch tätige Schriftstempelschneiderin rekonstruiert und aktualisiert historische Schriften; im Film die Garamond, und stellt sie damit der Typographie wieder zur Verfügung. Frank Jalleau digitalisiert die alten Schriftschnitte und schlägt somit die Brücke zur Moderne. An der Radierpresse druckt Frédéric Calançon 300 Jahre alte Masterpieces, nach denen die Schrift rekonstruiert und neu geschnitten werden kann. Jean-Paul Deschamps arbeitet an dem hölzernen Giessinstrument, mit dem Johannes Gutenberg vor 500 Jahren das Bleizeitalter eingeläutet hatte. Der Druckermeister Frédéric Tachot resümiert am Ende philosophisch über das Verhältnis von Mensch und Schrift.
Gezeigt wird die Arbeit an der Monotype (Einzelbuchstabenguss) und an der Linotype (Zeilenguss). Mit typographischem Herzblut werden die historischen Techniken nicht nur verwaltet, sondern auch für künstlerische Handpressendrucke eingesetzt. Die Begeisterung der Drucker und Schriftkünstler über ihre Profession überträgt sich auf die Zuschauer.

in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Druckmaschinen AG

oben: Nelly Gable, Graveurin Fotos: Bettina Clasen

2005

DUELL AUF DEM EIS – Kilius/Bäumler gegen Belousova/Protopopov

R: Maria Hemmleb, Alexandra Gramatke
Ethan Productions, Paris
Thede Filmproduktion für ARTE

Buch und Regie: Alexandra Gramatke, Maria Hemmleb
Kamera: Barbara Metzlaff und Ulf Miers
Schnitt: Gabriele Draeger
Musik: Ramon Kramer, Jan Feddersen (Piano solo), Albert Sloutski
Ton: Marten van de Voort
Aufnahmeleitung: Georges Pauly
Produktion: thede filmproduktion Hamburg, in Zusammenarbeit mit Ethan Productions, Paris für ARTE
43 Min., deutsch, französisch
52 Min, französisch

„Duell auf dem Eis“ wird innerhalb der ARTE-Reihe „Die großen Sport-Duelle“ ausgestrahlt und erzählt von dem historischen Duell zwischen Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler gegen Ludmilla Belousova und Oleg Protopopov während der Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck. Die olympischen Winterspiele 1964 waren ein Schock für alle deutschen Eislauffans: Die haushohen Favoriten, das deutsche Traumpaar Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler, gewannen „nur“ die Silbermedaille. Gold ging überraschend an Ludmilla Belousowa und Oleg Protopopow aus der Sowjetunion, die mit einer neuartigen, grandiosen Kür ihre Konkurrenten in den Schatten stellten. Das Paar mit dem unaussprechlichen Namen begründete eine neue Ära im Eiskunstlauf. Von nun an sollten russische Läufer sämtliche internationalen Wettbewerbe beherrschen. Die Rückblicke aller vier Beteiligten auf das legendäre Duell und Fernsehaufnahmen aus der damaligen Zeit lassen die 60er Jahre wiederaufleben – aus westlicher und östlicher Perspektive. Dabei wird deutlich, dass der historische Wettstreit der Eisläufer mehr war als ein Kampf um Medaillen. Ob sie wollten oder nicht, die Sportler traten an für zwei rivalisierende politische Systeme. Und trotzdem wurden die beiden Paare Freunde.

2004

EISFIEBER – Die St. Petersburger Eislaufschule

fünfteilige Doku-Serie, ARTE
R: Maria Hemmleb
Thede Filmproduktion,
Lichtblick Film, Köln

Buch und Regie: Maria Hemmleb
Produzent / Dramaturg: Carl-Ludwig Rettinge
Interviews / Übersetzungen: Alexandra Gramatke
Kamera: Barbara Metzlaff
Montage: Betina Vogelsang
Ton: Sergey Moshkov / Pascal Capitolin
Tonmischung: Pierre Brand
Musik: Ramon Kramer
Produktionsleitung: Georges Pauly
Redaktion: Anett Sager, ARTE G.E.I.E. Leena Pasanen, YLE Teema
Produktion: THEDE Filmproduktion / LICHTBLICK Film
gefördert von der Filmförderung Hamburg

Länge: 5 × 26 Min

Fünfteilige Doku-Reihe über den Alltag in der St. Petersburger Eislaufschule. Von hier startete in den 60er Jahren der Triumphzug des russischen Paares Protopopov. Die einzigartige Schule bildet noch heute unter schwierigen Bedingungen die besten Künstler auf dem Eis aus.

„Maria Hemmleb wirft in ihrer Werkschau einen Blick hinter die Kulissen der berühmten St. Petersburger Eislaufschule. Dort üben eine Reihe der Protagonisten dieses Sports, unter ihnen der dreimalige Weltmeister Evgeny Plushenko, für ihre Wintersaison, dort leiden auch die besten ihres Fachs. […]
Die Wege zum Ruhm dort zu zeigen, wo Weltmeister und Olympiasieger von morgen entdeckt, gefördert und gedrillt werden, ist der Reiz dieser Serie. Der Film wird immer dort besonders spannend, wo noch keine fertigen Ergebnisse zu haben sind, wo Enttäuschungen, Rückschläge, Verletzung zu verkraften sind.
Für den schönen Schein tun die Meister des Kunstlaufs alles, ihr oft genug hartes Sein hat Maria Hemmleb in diesem Fünfteiler aufgespürt.“ (Roland Zorn, FAZ)

Eiskunstlauf – das bedeutet Anmut, Ausdruckskraft und Leidenschaft. Jedes Jahr verfolgen Millionen Zuschauer vor den Fernsehern und in den Stadien fasziniert, was die Stars der Szene aufs Eis zaubern. Diese Kunst beherrschen besonders die russischen Läufer, die seit Jahrzehnten die Weltspitze dominieren. Mit ihrem besonderen Stil aus tänzerischer Perfektion und Athletik haben sie den Eiskunstlauf entscheidend mitgeprägt.
Die Doku-Soap „Eisfieber“ gewährt einen Einblick in die Kaderschmiede Nummer eins der russischen Talente: die Eiskunstlaufschule in St. Petersburg. Hier werden russische Läufer für ihren Platz an der Weltspitze fit gemacht. Ihre Trainer, etwa der ‘Eisprofessor‘ Alexei Mishin, sind legendär. Unzählige Olympiasieger und Weltmeister haben sie ausgebildet – wie Evgeny Plushenko, der beste Eiskunstläufer derzeit. Hunderte Kinder bewerben sich jedes Jahr, um ihren Idolen nachzueifern, doch nur die wenigsten schaffen die Aufnahme in den Leistungskader, wie etwa der 10jährige Arthur, der zu den absoluten Ausnahmetalenten zählt und jeden Tag stundenlang trainiert.
Der internationale Eislauf steht vor dem Umbruch. Noch dominieren die russischen Läufer. Aber viele sind in die USA übergesiedelt, wegen besserer Trainings- und Verdienstmöglichkeiten. Andere Länder wie Kanada oder China haben aufgeholt. Der größte Konkurrent Evgeny Plushenkos kommt aus Frankreich, heißt Brian Joubert und wurde in diesem Jahr der erste französiche Europameister seit 40 Jahren.
Doch natürlich hat das Dasein als Starläufer auch seine Schattenseiten. Wer denkt angesichts dieser Eleganz schon daran, dass hinter jeder Pirouette, jedem Sprung monatelanges Training steckt. Schließlich muss eine Kür gleich in mehreren Punkten überzeugen: Sie muss auf höchstem Niveau gelaufen werden, fehlerfrei sein, innovative Elemente beinhalten und obendrein charismatisch sein. Das heißt praktisch: Lächeln, auch wenn die Knochen schmerzen oder ein Sprung misslingt.
„Eisfieber“ erzählt von den Härten des Leistungssports, von Tränen der Freude und der Enttäuschung, „der russischen Seele“, und dem unbedingten Wunsch, zu siegen.

1: Titelträume
2: Paar-Wechsel
3: Höhenflug
4: Harte Landung
5: Revanche

Foto 1 und 2 © thede, Foto 3 und 4 © castets

1992

RENDEZVOUS DER FREUNDE

R: Maria Hemmleb, Christian Bau
Kinodokumentarfilm, NDR/ARTE

Buch, Regie, Kamera, Ton: Maria Hemmleb, Christian Bau
Montage: Ursula Höf
Trickgestaltung: Udo A. Engel
Musik: Roland Musolff
Mischung: Stephan Konken
Produktion: die thede, Peter Stockhaus

Rendezvous der Freunde nennt Max Ernst 1922 das Gemälde, auf dem er seine Pariser Freunde vereint. Heute gilt das Bild als ein Schlüsselwerk des Surrealismus. Die Geschichte dieses Bildes ist auch eine Geschichte der Sammler Lydia und Artur Bau, die es durch die Zeit brachten, in der es als „entartet“ galt; die mit dem Bild lebten. Es geht nicht nur um Kunst und Politik, sondern auch um Handel, Verlust und Gewinn, um Leidenschaft und um persönliches Risiko – um Lebensgeschichte.

Großes Ey, wir loben Dich,
Ey wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt das Rheinland sich
Und kauft gern und billig deine Werke!
Max Ernst, 1929

1989

MEIN HERZ SCHLÄGT BLAU – Ella Bergmann-Michel

R: Maria Hemmleb, Jutta Hercher
Kinodokumentarfilm, WDR
Silberne Taube, Dokumentarfilmpreis Leipzig

Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Jutta Hercher, Maria Hemmleb
Musik: Ernst Bechert
Sprecher: Franz Winzentsen, Hans Michel

Ella Bergmann Michel wurde 1895 in Paderborn geboren und starb 1972 in Eppstein im Taunus. Der Film besteht vor allem aus ihren Arbeiten: Zeichnungen und Collagen, Fotografien und Sequenzen aus ihren Dokumentarfilmen.
Ella Bergmanns Vielfältigkeit, ihre Arbeit mit verschiedenen Medien, findet sich auf formaler Ebene in dem Film wieder. Er bringt zusammen, was oft fälschlicherweise getrennt wird, nämlich die Malerin auf der einen Seite, die Dokumentarfilmerin auf der anderen. Das ergibt viel Material in 30 Minuten.

Die Originalfilme von Ella Bergmann Michel werden von der Stiftung Deutsche Kinemathek verliehen.
Ein DVD mit den Originalfilmen wird vom Deutschen Filmmuseum Frankfurt vertrieben.
“Mein Herz schlägt blau” kann bei der thede entliehen werden.

1987

MASCHINENSTURM

R: Maria Hemmleb, Christian Bau, Manfred Oppermann
Dokumentarfilm
Preis der deutschen Filmkritik

Regie, Schnitt: Christian Bau, Maria Hemmleb, Manfred Oppermann
Kamera: Manfred Oppermann
Musik und Geräusche: Roland Musolff, Horst Siewert

gefördert vom Filmbüro Hamburg

Die Filmemacher
Uns war vor Drehbeginn klar, daß sich überall Menschen gegen Maschinen und die Arbeit wehren. Wir hörten und lasen Berichte von Aktionen gegen die strukturelle Gewalt neuer Technologien. In England stießen wir auf den Begriff „Luddismus“; in den Kämpfen der englischen Bergarbeiter und Drucker erlangte dieses Wort, das mit einer langen Tradition verbunden wird, eine neue politische Aussagekraft. Luddismus bedeutet auf deutsch Maschinensturm. Wir fragten uns nach Parallelen zwischen den Kämpfen der Maschinenstürmer des vorigen Jahrhunderts und den verschiedenen Widerstandsformen heute. Überraschend war für uns die Stärke und das Ausmaß der luddistischen Bewegung. – Geplantes Vorgehen, – direkte Aktionen, – klar gesteckte Ziele, darin lag und liegt die große Gefahr für die Herrschenden. Bei den weiteren Recherchen wurde uns langsam klar, warum soviel unternommen wird, den Begriff „Maschinensturm“ und die Erinnerung daran vergessen zu machen; warum „Maschinenstürmer“ als Schimpfwort benutzt wird. Wir begriffen, daß diese Taktik funktionierte: Maschinensturm ist ein Tabu-Thema. „Wir können den Fortschritt nicht aufhalten, noch dürfen wir es, auch wenn er uns umbringt“, lautet ein Zitat aus dem Film. Wir, die Filmemacher/in, nennen uns fortschrittlich. Aber dürfen wir als fortschrittliche Menschen gegen den Fortschritt sein? In unseren zahlreichen Interviews stießen wir auf soviel Wut, Abneigung und Haß gegen Maschinen, daß die Schilderungen von geglückten, gescheiterten oder erträumten Versuchen, sich gegen sie aufzulehnen, nicht als sporadische, bedeutungslose Affekthandlungen gewertet werden können. Aus diesem Grund zeigt der Film die aktuellen Auseinandersetzungen in ihrem geschichtlichen und ideologischen Rahmen. Dadurch wird die momentane Schwäche, aber auch die verborgene, vorhandene Stärke sichtbar.